Donnerstag, Mai 31

Rezension: Bevor ich sterbe - Jenny Downham

Allgemeine Infos

Titel: Bevor ich sterbe
Englischer Titel: Before I die
Autor: Jenny Downham
Genre: Jugendbuch
Verlag: C.Bertelsmann (heute: Random House; cbj)
Erscheindatum: Februar 2008
TB-Seitenanzahl: 318
ISBN:  9783442471065
Preis: 8,95€

Ein Einteiler.


Cover
Das aktuelle Cover (hier!) von Bevor ich sterbe gefällt mir sehr gut, weil man direkt sieht, dass das Mädchen auch dem Cover ihr Leben versucht zu genießen, oder interpretiert ihr etwas anderes? Besonder diese weiß-rote gefällt mir total.
Und nun zum englischen Cover (hier!), auch dieses ist wieder sehr schlicht gehalten, aber bei diesem sieht man im Gegensatz zu den anderen ein Gesicht. Ich finde, dieses Cover sieht ein wenig Hoffnungslos aus, auch wegen dem Mädchen, das ein wenig teilnahmslos guckt. Trotzdem passt es zur Geschichte und zum Buch.

Inhalt & Charaktere
Das Buch erzählt von einem Mädchen, dass schon seit mehrere Jahren an Leukämie leidet. Und ihre Situation wird immer hoffnungsloser, da sie auf keine Therapie wirklich anspringt. Doch schon von Anfang an hat Tessa noch eine Menge vor, bevor sie stirbt.Sie erstellt nämlich eine Liste und will diese Liste durcharbeiten, und das erste auf ihrere Liste ist Sex, dafür brauch sie jedoch ihre beste Freundin, die aber eigene Probleme hat, und Tessa oft im Stich lässt doch dann trifft sie Adam ...

Schon von Anfang an merkt man, dass Tessa nicht mehr lang hat. Zunächst ist sie ziemlich hoffnungslos und sitzt oft zu Hause, sie wirkt ein wenig langweilig. Doch auch von ersten Kapitel merkt man, dass in ihr irgendwo noch Hoffnung steckt. Dadurch wirkt sie gleich viel interessanter und stärker als man meint.
Ich finde es echt toll, dass sie alles tut was sie will, auch wenn sie oft erst einen Schubs und die Erinnerung daran, dass sie nichts zu verlieren hat, braucht.
Ihre beste Freundin Zoey finde ich jedoch ein wenig fragwürdig, auch wenn sie Tessa manchmal in die richtige Richtung schubst, worüber ich ziemlich froh bin, ist sie die meiste Zeit lang ein ziemliches Miststück, das auch noch egoistisch ist. Erst gegen Ende, als bei ihr so ziemlich alles schief läuft, verwandelt sie sich in eine Freundin, die ich für Tessa akzeptieren kann.
Aber Adam gefällt dafür umso mehr, ich fand es so süß, als er immer für Tessa da war, ihr kleine Freuden gemacht hat, und dass es trotz seiner Situation auf Tessa eingegangen ist. Sowas ist echt beneidenswert und ich hätte ihnen so gerne eine lange Liebe gewünscht, auch wenn es manchmal Streit gab.



Erster Satz und Lieblingszitat

»Wenn ich doch nur einen Freund hätte.« (Erster Satz.)

Ich will nicht so sterben, bevor ich überhaupt richtig gelebt habe. Das kommt mir so einleuchtend vor. Ich schöpfe fast Hoffnung, was verrückt ist. Ich will leben, bevor ich sterbe. Nur das ergibt Sinn.

(S.57)

»Das ist ein Wunder!« flüstert Mun.
»Das ist Adam.«

 (S.222)


Auf der Brücke hoch über der Straße sind in dieser Nacht Buchstaben erblüht. Mehrere Leute gucken. Da stehen ein kippliges T, ein ausgefranstes E und vier miteinander verkettete Bögen für das Doppel-S. Am Ende werden die vier anderen Buchstaben von einem gigantischen A überragt.

Mum sagt: »So ein Zufall.«
Von wegen.

(S.221)



Schreibstil

Der Schreibstil war für eine Jugendliche sehr, sehr toll. Das Buch lies sich leicht und flüssig lesen. Und besonders das Ende war stilistisch sehr gelungen, wie ich finde. 

Manche Situationen waren zwar etwas gefühllos oder nicht so toll rüber gebracht, aber das sind oft weniger wichtige Momente, die kaum eine Rolle spielen.
Andere Momente haben mich jedoch so bewegt, dass ich hätte nur noch heulen können, da sie so traurig waren.

Manchmal waren die Handlung auch ein wenig überschlagen und manche Momente kamen und gingen so plötzlich. Aber oft gab es auch so positiv überraschende Momente, so dass man nur zufrieden sein konnte.

Meistens war ich aber sehr zufrieden, was mich zu meinem Fazit führt.


Fazit

Ich wurde nicht enttäuscht, denn dass Buch enthält alles vom richtigen Leben, über Liebe und Freundschaft, bis in den Tod. 

Und dieses Buch ist so authentisch geschrieben, dass man sich super in die Protagonisten versetzen kann und mit ihr weinen kann. Es gab so  viele "WOW"-Stellen oder Stellen, die so süß waren, dass sie schon fast, aber nur fast, unglaubwürdig waren. *seufz
Oft musste ich aber auch die Augen verdrehen, weil ich Dinge nicht verstanden habe oder weil ich wieder einmal auf Zoey sauer war. Wer mir auch manchmal zu schaffen gemacht hat, war ihre Familie, die Tessa und ihre Taten oft nicht verstanden oder diese abgelehnt haben, weil sie sich nicht ihre Lage versetzen konnte.
Das schlimmste war trotzdem der Moment in dem es zum ersten Mal sicher war, dass Tessa nicht mehr viel Zeit hat, obwohl man es ja schon die ganze Zeit weiß.

Ich muss aber sagen viele Momente haben mich sehr berührt und ich bin froh, nicht in so einer Situation zu stecken oder eine Freundin in der Situation zu haben, denn ich finde es richtig schrecklich, wenn man so jung sterben muss.
Die Idee mit der Liste finde ich auch sehr bewundernswert, denn viele Menschen, die an Krebs leiden, fallen in Selbstmitleid und haben keinen, der sie da raus holt.
Das Buch hat mich auch dazu gebracht, mich ein wenig mehr mit diesem Thema zu beschäftigen.
Schon der Klappentext wirft nämlich eine Frage auf, darf man Liebe einfordern, wenn man sterben muss?
Das ist eine wirklich schwere Frage, die man meiner Meinung nach nicht einfach nur mit "ja" oder "nein" beantworten sollte. Liebe einzufordern erfordert sehr viel Mut und es nicht gerade leicht. Wenn man weiß, die Person muss im Endeffekt ohne dich weiterleben.
Und ich finde es echt toll, dass Tessa es einfach tut, nun gut schließlich steht es auch auf ihrer Liste.

Ich finde mit diesem Buch hat Jenny Downham etwas besonderes geschrieben, was man nicht einfach so vergisst und was einen nachdenken lässt, deshalb gibt es auch diese tolle Wertung:

Wertung


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