Donnerstag, Juli 31

Rezension: Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte - Jessica Park

Originaltitel: Flat-Out Love
Autor: Jessica Park
Genre: Romance/ New Adult
Verlag: Loewe
Erschienen: Jul '14
Seitenanzahl [HC] : 384 Seiten
ISBN: 9783785578674
Preis: 17,95€
Ein Einteiler.

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Hier findet ihr den Klappentext.



"Julie Seagle starrte das Gebäude vor sich an und schwor, nie wieder eine Wohnung über Craigslist zu mieten." (Erster Satz)
Julie zieht zum studieren nach Boston, wo ihr Leben richtig beginnen soll. Stattdessen muss zu einer Freundin ihrer Mutter ziehen, da es die Wohnung in die sie ziehen wollte nicht gibt. Auf das, was sie bei der Familie, die sie aufnimmt, war sie jedoch nicht vorbereitet. Denn Celeste, das jüngste Kind der Familie trägt immer eine Pappfigur ihres ältesten Bruders Finn, der gerade auf Weltreise ist, mit sich herum. Und niemand scheint das als merkwürdig zu empfinden, also nimmt es auch Julie einfach hin. Aber als sie merkt, dass Celeste kaum Freunde hat, nimmt sie sich vor Celeste zu helfen ein normaler Teenager zu werden. Jedoch scheint Matt alles strickt abzulehnen was Julie vorschlägt. Und auch Finn, mit dem sie über Facebook in Kontakt ist, will mit ihr nicht über dieses Thema sprechen. Aber das hält Julie nicht davon ab weiter zu versuchen Celeste zu helfen und herauszufinden, was es mit der Pappfigur auf sich hat.

Meinung

Schon nach wenigen Seiten bemerkte, dass der Schreibstil gehobener wirkt, als bei vielen Jugendbüchern, denn jeder Charakter, sogar die junge Celeste, wirft mit Fachbegriffen um sich und wirkt sehr gebildet. Dazu kommt Celeste Sprache, die zum größten Teil auf Adjektiven beruht. Dennoch fiel es mir sehr leicht mitzukommen und ich bekam sogar ein sehr gutes Bild von den Charakteren.

Aber ansonsten scheint der Anfang des Buches sehr gewöhnlich, denn Julie zieht wie viele andere Studenten in eine neue, große Stadt und will ihr Studium aufnehmen. Und wie es so üblich ist läuft nichts nach Plan. Doch dann kommt zu Julie zu der Familie Watkins und die Geschichte um Papp-Finn nimmt seinen Lauf.
Julie ist eine sehr kluge Person, die auch noch äußerst liebenswert und verständnisvoll ist. Außerdem versucht sie wann immer sie kann anderen zu helfen, will aber gleichzeitig keinem zur Last fallen. Vor allem hat mich ihre Reaktion auf Papp-Finn überrascht, denn sie nahm es einfach hin und band ihn sogar in ein Gespräch ein. Viele andere hätten zumindest einmal blöd geschaut und es wohl kaum verstanden, dass ein Teenager mit einer Pappfigur unterm Arm herumläuft. Dennoch hätte Julie meiner Meinung nach in einigen Situationen mehr Gefühl und somit Tiefe an den Tag legen können.

Celeste schien mir im Gegensatz zu Julie sehr suspekt, aber ich kann nur bezeugen, dass sie einzigartig ist und sich von der heutigen Jugend in vielen Punkten unterscheidet. Sie ist ein wirklich wundervoller Charakter, aber ich hatte leider ab und zu das Gefühl, dass sich die Geschichte zwischen Julie, Finn und Matt zu sehr in den Mittelpunkt drängt und Celeste so zu kurz kommt.
Auch Matt ist eine tolle Person, auch wenn er sich so zurückzieht und man zunächst denkt, man wird ihn nie richtig kennenlernen dürfen, aber dann erfährt man doch einige seiner tiefsten Gedanken und er beweist nicht nur, dass trotz seiner oft gleichgültigen Art, auch für einige Überraschungen offen ist, sondern, dass ihm auch etwas außerhalb der Uni und Celeste wichtig ist.
Besonders hat mich die beklemmende Situation im Haus der Watkins mitgenommen, die sie zunächst überspielen wollen. Man merkt sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber dass so viele verschiedene Dinge zusammen kommen, habe ich wirklich nicht erwartet. Aber ist toll zu beobachten wie Julie frischen Wind in die Familie bringt und versucht die Situation zu entspannen, auch wenn sie dabei fast ihr ganzes Privatleben dafür einsetzt.
Außerdem hätte ich nicht erwartet, dass die Autorin die Geschichte so real rüberbringen kann, weil wie oft kommt es denn vor, dass man sich in eine Pappfigur verliebt?

Fazit

Auch wenn ich Papp-Finn und Celeste eine größere Rolle zugeschrieben hatte, da diese hin und wieder von der Situation zwischen Finn und Julie und Matt und Julie unterbrochen wurde, war die Geschichte sehr ausgewogen und sehr stimmig. Trotzdem hätte ich ein klein wenig mehr Gefühl erwartet, schließlich stehen hier Gefühle und das Zusammenleben in einer Familie im Vordergrund. Dennoch war es eine sehr authentische Geschichte, die ich vor allem an Romantiker und Soziologieinteressierte empfehlen kann.

Kommentare:

  1. Das klingt nach einer ziemlich interessanten Story. Ich habe das Buch auf meine Wunschliste gepackt und bin schon unheimlich gespannt darauf!
    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend :)
    Nora

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  2. Das klingt wirklich gut!Übrigens schönes Wochenende!

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