Mittwoch, Januar 20

Rezension: Regenbogenzeit - Julia K. Stein

Quelle: carlsen.de

Titel: Regenbogenzeit
Autor: Julia K. Stein
Genre: Jugenbuch
Verlag: Impress
Erschienen: Jan '16
Seitenanzahl [a] : 230 Seiten
ISBN: 9783646601923
Preis: 3,99€
Erster Teil einer Reihe.

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Und hier gibt es die Leseprobe.




'Vielleicht hatte meine Mutter vor etwas über einem Jahr im gleichen Zug gesessen.' (Erster Satz)
Ein Jahr ist vergangen seit Ledas Mutter bei einem Autounfall gestorben ist. Das heißt für Leda ein Jahr Therapie und die ständige Überwachung ihres Vaters. Aber nun ist sie in Deutschland, und zwar in dem Unternehmen, das Ledas Meinung nach allen Grund dazu hatte ihrer Mutter was anzutun, denn sie hat dort scheinbar etwas gefunden, das nicht ans Licht kommen sollte.  Aber schon nach wenigen Tagen verliert Leda ihre Motivation, denn das Unternehmen scheint nichts zu verbergen und hält sich auch an alle Vorschriften. Außerdem ist da noch Silas, der Gedichte liebt, geheimnisvoll ist und sie von ihrem eigentlichen Vorhaben ablenkt.


Rezension
Für die ersten dreißig Seiten, die insbesondere auf Ledas Beweggründe und ihre Pläne für die kommenden Wochen eingingen, habe ich ungewöhnlich lange gebraucht und es schien fast so, als würde ich nicht in die Geschichte reinfinden. Doch dann nahm die Geschichte an Fahrt auf und man durfte zusammen mit Leda die neue Situation ergründen, anstatt nur über Vergangenes informiert zu werden. Dabei hält sich die Autorin an einen roten Faden und bringt die Haupthandlung konstant voran, wobei die Spannung vor allem im hinteren Teil des Buchs angesiedelt ist. Dies hat mich als Leser jedoch nicht weiter gestört, denn da wo es an Spannung gefehlt hat, wurde eine kleine Romanze angesiedelt. Dabei hat die Autorin dafür gesorgt, dass die Romanze nicht ständig im Vordergrund steht. So hat man die Haupthandlung auch nicht aus den Augen verloren. 
Mit Leda, der Protagonistin, habe ich mich sehr schnell angefreundet. Dabei war es nicht nur ihre reife und doch jugendliche Art, mit der ich mich identifizieren konnte, sondern auch ihre Liebe zu Büchern und zur Literatur. Auch ihrer Entschlossenheit, den Tod ihrer Mutter aufzuklären, hat mir gefallen, denn sie konnte einfach nicht akzeptieren, was alle ihr weiß machen wollten, sondern musste sich selber ein Bild davon machen, was an dem Tag passiert ist, als sie ihre Mutter verloren hat. Durch ihre Art hat sie es auch geschafft alle Schwierigkeiten, die sich in den Weg stellten, souverän zu meistern.
Aber auch Silas, mit seiner mysteriösen Art, war ein ganz eigener Charakter, wobei meine Meinung über sein Urteilsvermögen, und damit auch meine Meinung über ihn, immer wieder geschwankt hat. Denn er wirkt nicht nur mysteriös, sondern hat auch noch eine Menge Geheimnisse, die erst Stück für Stück ans Licht kommen. So erntete er von mir neben Interesse auch viel Misstrauen. 
Die Nebendarsteller lernt man nur flüchtig kennen und sieht somit nur wenige Verhaltenszüge mit denen man sich nur ein oberflächliches Urteil bilden kann. Schade fand ich es, dass es Charaktere gibt, die plötzlich von der Bildfläche verschwinden und nicht mehr erscheinen. 
Die Handlung selbst wird von der Autorin gut rübergebracht und es gibt viele Momente, die ich so nicht hätte erahnen können, denn neben einigen offensichtlichen Dingen hat die Autorin einige Überraschungen auf Lager, die einen sprachlos machen, auch wenn einige wenige Dinge etwas aus der Luft gegriffen scheinen. Zudem gab es Szenen, die ausführlicher hätten sein könnten, gerade die Unfallszene wirkte auf mich etwas unvollständig. Natürlich gab es auch einige Szenen z.B. Szenen zwischen Leda und Silas, die sehr intensiv waren und mich wirklich beeindruckt haben. Dies sind auch die Szenen, die ich mir am besten einprägen konnte.
Zudem ist die Idee hinter Ledas Geschichte und auch die dazugehörige Kulisse sehr ungewöhnlich für ein Jugendbuch, was sie gleich zu Beginn noch interessanter macht, denn in welchem Jugendbuch macht die Protagonistin schon ein Praktikum in einem Schlachthof. Manchmal hatte ich sogar fast das Gefühl den metallischen Geruch von Blut in der Nase zu haben, da die Kulisse für die Autorin eine wichtige Rolle spielte, was man deutlich erkennen konnte.
Dazu kommt der jugendliche und lockere Schreibstil, der für einen angenehmen Lesefluss sorgt, sobald man die ersten Erklärungen hinter sich gelassen hat. 
Und obwohl das Ende in sich abgeschlossen wirkt, bleiben natürlich einige Fragen offen. Aber vor allem bin ich gespannt darauf, was sich hinter all den Geheimnissen steckt, denn es scheint nicht nur eine kleine Forschung zu sein, sondern etwas weitaus Bedeutenderes. Dennoch kann ich mir kaum vorstellen, wie es mit Leda und ihrem Vorhaben Kleine Farm zu stoppen weitergeht, deshalb bin ich umso gespannter auf den zweiten Teil der Reihe.

Fazit


Das Buch beginnt sehr ungewöhnlich in einem kleinen Dorf, in dem Leda ein Praktikum im Schlachthof absolviert. Für mich ist das was ziemlich neues, denn als Leserin, die hauptsächlich Dystopien und Jugendbücher liest, landet man selten in solch einer Kulisse. Dennoch habe ich mich nicht ganz so unwohl gefühlt, wie ich zunächst erwartet habe, denn die Autorin schaffte es mich von den Kulissen, die sie so sorgsam beschreibt, zu überzeugen.
So ist auch die Handlung selbst, die ganz klar einem roten Faden folgt, neu für mich. Auch hier und bei der Protagonistin hat mich die Autorin in vielen Punkten überzeugt. Vor allem hinter dem Gehemnis von Kleine Farm scheint sich mehr zu verstecken, als man sich zunächst vorstellen kann.
Und trotz kleiner Schwächen bin ich äußerst gespannt auf den zweiten Teil, auch wenn ich nicht einmal erahnen kann, was mich darin erwartet und wie es mit Leda und Silas weitergeht.


Impressionen: 

Geheimnisse. Blut. Verpflichtungen.


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