Mittwoch, Februar 24

Rezension: Die schrecklich schöne neue Welt des Professor Furtwanger - Adrian Suter

Quelle: riverfield-verlag.ch

Titel: Die schrecklich schöne neue Welt des Professor Futwanger
Autor: Adrian Suter
Genre: Dystopie
Verlag: Riverfield
Erschienen: Sept' 15
Seitenanzahl [HC] : 400 Seiten
ISBN: 9783952446386
Preis: 29,90€
Einzelband.

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Und hier gibt es die Leseprobe.

'Es herrschten die uralten, wilden und immerwährenden Laute in diesem abgeschiedenen Teil der Welt - Zikadengezirpe, Affengekreisch, das Rauschen der Wipfel und tausend andere Naturgeräusche erfüllten die Steppe am Rand des Dschugels.(Erster Satz)
Hitlers Regime steht vor dem Ende, aber Professor Furtwanger kann nicht zulassen, dass sein Vorgesetzter stirbt. Deshalb reist er um die halbe Welt um nach einem Mittel zu suchen, das seinen Führer unsterblich macht. Und schon nach wenigen Wochen in der Wüste Afrikas ist er überzeugt eins gefunden zu haben. Kurz bevor Hitler Selbstmord begehen kann schafft es Furtwanger ihm dieses Mittel zu verabreichen und ihn so zu retten. Nur gibt es leider eine Schwachstelle, sein geliebter Vorgesetzter kommt nicht zu Bewusstesein und Furtwanger ahnt nicht, wie lange er für eine Wiedererweckung braucht. Als er nach Jahrzehnten immer noch keinen Durchbruch erzielt muss er härtere Maßnahmen ergreifen.

Rezension
Das Buch beginnt mit Furtwangers Reise nach Afrika, auf der Suche nach dem Mittel, dass ihn, aber vor allem auch Hitler unsterblich machen soll. Nach einigen weniger erfolgreichen Wochen gelingt es ihm tatsächlich, die Heuschrecke aufzuspüren, die das Mittel produzieren soll. Bis dahin hat mir die Story auch ziemlich gut gefallen und ich war gespannt darauf, wie Furtwangers neue Welt nach seinem Meisterstreich aussehen soll. Aber plötzlich ist man im 21. Jahrhundert und die Welt scheint ganz normal zu sein. 
Dies zeigt uns der Protagonist ziemlich ausführlich, denn der gesamte Mittelteil ist ein Ausschnitt aus seinem Leben, das zudem nicht besonders interessant oder schön zu sein scheint, da er jeden Tag mit ein paar Drinks zu viel beendet. Zudem scheint er ein ziemlicher Versager zu sein, was er sich jeden Tag aufs Neue eingesteht. Und hier fängt auch eine Flaute an, die sich über viele Kapitel hinwegzieht. Zuerst einmal ist man als Leser verwirrt, was das Leben des Protagonisten nun mit Furtwangers Plan zu tun hat, zum anderen dauert es eine ganze Weile bis Furtwanger wieder ins Spiel kommt. Und auch danach hat man dann wieder eine lange Passage, in der nicht sonderlich viel passiert. Allein der, meist sehr lockere, Schreibstil und das Interesse daran, wie die neue Welt von Furtwanger aussehen soll hält einen so lange bei der Stange und erhält den Lesefluss einigermaßen. Und das Durchhalten lohnt sich einerseits, denn die Welt die Furtwanger uns am Ende präsentiert ist äußerst interessant und so gar nicht wie man zunächst erwartet, aber dennoch hat mich das Ende nicht ganz zufriedengestellt. Woran das liegt? 

Ich hätte nicht nur mehr erwartet, vor allem hätte ich es mir schlimmer vorgestellt. Außerdem halte das Ende für etwas weit hergeholt. Natürlich gab es auch einige positive Dinge, die mir aufgefallen sind, so sind die Charaktere zwar nicht tiefgründig, sondern vollkommen oberflächlich, aber da man sich viel mit ihnen und ihren Leben auseinandersetzt, lernt man sie ziemlich gut kennen. Was mir  während des ganzen Buches gefehlt hat, ist der rote Faden, der dem Leser im Mittelteil komplett enthalten wird, auch wenn sich am Ende alles zusammenfügt. Dabei hat mir die Idee hinter dem Buch gut gefallen und die Kulissen werden vom Autor immer sehr authentisch und äußerst detailiert rübergebracht. Nur die Handlung wirkt unnötig langgezogen, wobei eine andere Verteilung vielleicht schon geholfen hätte. Oder der Autor hätte zumindest ab und an ein paar Einblicke in den Hintergrund geben können, um dem Leser ein wenig mehr Verständnis zu ermöglichen. 
Eines seiner Ziele hat der Autor trotz allem erreicht. Denn die vielen Ereignisse, vor allem an Ende des Buches regen den Leser zum Nachdenken an, über unsere Gesellschaft, über die Geschichte und auch über die Zukunft. 

Fazit


Hinter einer tollen Idee hat sich leider eine lange Handlung ohne roten Faden verborgen. Und trotz eines angenehmen Schreibstils und teilweise tollen Kulissen zieht sich der größte Teil der Handlung unendlich in die Länge. Erst zum Schluss hin wendet sich das Blatt und der Leser erkennt die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Handlungssträngen, was ich ziemlich schade finde, denn ein früheres Verständnis hätte meine Ansicht vielleicht grundlegend verändert. 
Meine schon niedrigen Erwartungen konnten somit nicht zufriedenstellend erfüllt werden, was mich ziemlich enttäuscht hat. Dennoch gibt es noch ein paar positive abschließende Worte, denn das Buch regt trotz allem zum Nachdenken an, und zwar was unsere Gesellschaft angeht und das wir uns für grundlegende Veränderungen jetzt ins Zeug legen müssen.

Impressionen: 

Bunt. Probleme. Die Lösung.


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